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Doppelmonopol

Von einem „Doppelmonopol“ spricht man in der Medienpolitik, wenn ein Medienunternehmen in zwei unterschiedlichen Medienbereichen tatsächlich oder vermeintlich eine marktbeherrschende Stellung einnimmt. So machte das Schlagwort vom „Doppelmonopol“ bereits Anfang der 90-er Jahre Furore, als z.B. in Kempten und Kaufbeuren mit Radio Allgäu und Radio NWO die ersten lokalen UKW-Sender außerhalb der Metropole München auf Sendung gingen. An beiden Orten war der Verlag der Augsburger Allgemeinen Zeitung am lokalen Hörfunk maßgeblich beteiligt.

Bei den Bemühungen des großen Zeitungskonzerns Springer, im Jahre 2006 die ebenfalls marktmächtigen privaten Fernsehsender Pro7 und Sat1 zu übernehmen, ging es um die gleiche Problematik. „Durch die 100-Prozent-Übernahme der Stimmrechtsaktien durch Springer entstehe ein Medienmonopol mit gewaltigem Einfluss auf die öffentliche Meinung“, warnte der Deutsche Journalisten Verband. Hier erließ das Bundeskartellamt eine Untersagungsverfügung. Am Ende verzichtete Springer auf die Übernahmepläne.