„medienspiegel“ für die Braunschweiger Zeitung
Portal blick.ch und Blog netzpolitik.org mit Sonderpreisen ausgezeichnet

Verleihung des „medienspiegel – Preis für transparenten Journalismus“ (von links): Jury-Sprecher Thomas Hauser, ITZ-Vorsitzender Heinrich Meyer, Johannes A. Kaufmann (Braunschweiger Zeitung), Anna Biselli und Anke Prochnau von netzpolitik.org sowie VdMO-Vorsitzende Kerstin Dolde.
WEIDEN. Für ihre Berichterstattung und den offenen Umgang mit Kritik wurde jetzt die Braunschweiger Zeitung mit dem „medienspiegel – Preis für transparenten Journalismus“ des Jahres 2026 ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich von der Vereinigung der Medien-Ombudsleute (VdMO) und der Initiative Tageszeitung (ITZ) vergeben.
Ziel des Preises ist es, „die Selbstreflektion, die Fähigkeit zur Selbstkritik und die Bereitschaft zur Transparenz in den Medien zu fördern und in der öffentlichen Wahrnehmung zu verstärken“, so die Ausschreibung. Die Bekanntgabe der Geehrten und die Preisverleihung fand jetzt anlässlich der Mitgliederversammlungen beider Vereine in Weiden (Oberpfalz) statt. Die Auszeichnungen bezogen sich auf Veröffentlichungen aus dem Jahr 2025.
Die Braunschweiger Zeitung wurde von der Jury für Ihren Umgang mit Kritik an ihrer Berichterstattung über Vorgänge an der TU Braunschweig ausgezeichnet. Das Autorenteam Kathrin Schiebold, Kerstin Loehr und Johannes A. Kaufmann hatte ausführlich über Beschwerden an der Leitung der Universität berichtet und sich danach offen und transparent mit kritischen Stellungnahmen auseinandergesetzt und ihre Vorgehensweise erläutert. Die Braunschweiger Zeitung habe die Bereitschaft gezeigt, „das eigene Tun kritisch zu reflektieren und sich den Leserinnen und Lesern zu erklären“, erklärte der Sprecher der Jury, Thomas Hauser, in seiner Laudatio. Das sei „ziemlich viel in einer Branche, der Kommunikation in eigener Sache schon immer schwerfiel und in der heute viele aus Angst vor Shitstorms und juristischem Ärger entweder gar nichts riskieren oder Fehler bis zur Selbstverleugnung verteidigen“ lobte Hauser den Mut der Braunschweiger Redaktion. Die Braunschweiger Zeitung hat den Preis bereits zum zweiten Mal erhalten. Im Jahr 2022 wurde sie für ihre Podcast-Serie „Hinter den Zeilen“ ausgezeichnet.
Einen Sonderpreis bekam in diesem Jahr der Blog „netzpolitk.org – Plattform für digitale Freiheitsrechte“ aus Berlin für die Podcast-Serie „Off The Record“. Darin erläutern die Journalistinnen und Journalisten offen und transparent ihre Vorgehensweisen bei Recherchen, reflektieren die eigene Arbeit und erläutern die Strukturen ihrer Organisation. Damit werden die Mediennutzerinnen und -nutzer nicht nur mit spannenden Reportagen und Berichten versorgt, sondern ihnen wird auch vermittelt, wie diese entstanden sind, heißt es in der Begründung der Jury. Dies sei ein positives Beispiel für transparenten Journalismus und deshalb preiswürdig.
Einen weiteren Sonderpreis bekam das Online-Portal „blick.ch“ der Schweizer Tageszeitung „blick“ für ihre Serie über den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Journalismus. Dabei werden den Leserinnen und Lesern nicht nur Handreichungen über den Umgang mit KI gegeben und wie man Fake News erkennen kann, sondern auch transparent gemacht, wie und wo die Redaktion selbst KI einsetzt. Mit Texten und auch Videos werde hier umfassend informiert und ein ausgezeichnetes Beispiel im Sinne des Preises gegeben, so die Jury.
Die undotierten Preise wurden von der Vorsitzenden der VdMO, Kerstin Dolde, und dem Vorsitzenden der ITZ, Heinrich Meyer, im Rahmen der Mitgliederversammlungen beider Vereine in Weiden an die Braunschweiger Zeitung und netzpolitik.org übergeben. Den Schweizer Kollegen, die aus Termingründen nicht dabei sein konnten, wird die Urkunde zugesandt. Zu den ersten Gratulanten gehörte auch Kai Gohlke, Chefredakteur der Oberpfalz-Medien („Der neue Tag“, „Amberger Zeitung“, u.a.), die in diesem Jahr Partner und Gastgeber der Versammlung waren.
Der undotierte „medienspiegel – Preis für transparenten Journalismus“ wird seit 2016 jährlich vergeben. Preisträger der Haupt- und Sonderpreise waren bisher unter anderem Zeit online, die Süddeutsche Zeitung, der Mannheimer Morgen , die Neue Züricher Sonntagszeitung, die inclusive Redaktion „andererseits“ aus Wien, die Grafschafter Nachrichten, der Deutschlandfunk, der Norddeutsche Rundfunk, der Wiesbadener Kurier und weitere Medienhäuser. Zur Jury des „medienspiegels“ gehören unter anderem Thomas Hauser (ehem.Chefredakteur der Badischen Zeitung), Ulrich Suffner, Chefredakteur der Oldenburgischen Volkszeitung, Monika Felsing, Feedback-Redakteurin des Weser Kurier sowie Anton Sahlender (ehem. stellvertretender Chefredakteur und Leseranwalt der Main-Post). Auch im kommenden Jahr soll es wieder eine Preisverleihung geben. Beiträge aus dem Jahr 2026 können bis zum 31. März 2027 unter info@initiative-tageszeitung.de eingereicht werden.